compunisten on Tour – Die schönsten Dörfer der Welt, Teil 2

Was ist?

Die Fortsetzung der Bilderbuch-Tour durch malerische französische Dörfer, diesmal im Süden des Landes.

Warum hier?

Ohne es vorher zu wissen, habe ich das Hauptquartier in der Provence in das Epizentrum des touristischen Interesses gelegt: In das breite Tal zwischen dem Plateau de Vaucluse im Norden und dem Luberon im Süden. Hier ballen sich auf engstem Raum die schönsten Dörfer der Region – und eines ist wirklich schöner als das andere.

Da wäre zunächst einmal Saignon, ein kleines Bergdorf, das über einer steilen Kurve hinauf zum Gipfel Mourre Nègre klebt. Von dort hat man einen phantastischen Ausblick über das Tal mit seinen Weingärten, Olivenhainen und Lavendelfeldern. Hierher verirren sich vergleichsweise wenige Touristen, trotzdem weist ein Schild vor einem kleinen, pittoresken Trödelladen darauf hin, dass das Fotografieren „nur gegen 5 Euro Entgelt“ gestattet wäre.

Cucuron liegt ein wenig abseits der Hauptstraße, aber der Reiseführer kündet von „Busladungen britischer und japanischer Touristen“ in der Hauptsaison, da hier viele der Außenaufnahmen für den Film „Ein gutes Jahr“ mit Russell Crowe gedreht wurden (der offenbar in einigen Ländern populärer war als in anderen). Ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe, und spontan erkenne ich keine Szenerie wieder. Auch von den Touristenmassen ist zum Glück nichts zu sehen. Schön (wenn auch bei meinem Besuch wenig belebt) ist Cucuron trotzdem.

Über Rousillon wurde ja bereits an anderer Stelle berichtet. Von dort ist es nur ein Katzensprung bis nach Gordes – mit Sicherheit die am meisten fotografierte Stadtansicht in der gesamten Provence. Zum Fotografieren gibt es sogar eine eigene Haltebucht an der Zufahrtsstraße, auch für Reisebusse. Der Blick auf das Dorf ist wirklich traumhaft schön, auch wenn es nach dem Farbrausch in Rousillon fast ein bisschen nüchtern wirkt. Die hellen, massiven Steingebäude und Straßen aus Kopfsteinpflaster sehen etwas trutzig aus, aber es gibt viele kleine, einladende Geschäfte.

Ménerbes hat ebenfalls mit dem Crowe-Film zu tun (und wird zu anderen Zeiten wohl ebenso von den Massen überlaufen), denn hier lebte und schrieb der Autor Peter Mayle die Romanvorlage. Das Dorf liegt malerisch auf einer Felserhebung und ist nur von einer Seite aus erreichbar, dafür hat man dann vom anderen Dorfende aus wiederum eine fantastische Aussicht über das darunter liegende Tal. Die Provenzalen haben offenbar nicht nur einen Sinn für pittoreskes Bauen sondern haben den Grundsatz verinnerlicht, dass das wichtigste Kriterium einer Immobilie ihre Lage ist. Obwohl es in einer solchen Landschaft nicht besonders schwer ist, malerische Lagen auszuwählen.

Mein Favorit auf dieser Tour aber ist Lourmarin, ein schmuckes, verwinkeltes Dorf, dessen Wohlstand und Schönheit auch durch die Zahl der Immobilienmakler verdeutlicht wird, die sich am Dorfrand entlang angesiedelt haben. Das Dorf ist allerdings auch wirklich bezaubernd, mit einem Dorfkern der nur aus Straßencafés zu bestehen scheint. Und schmalen, lauschigen Gässchen, die schnell klar machen, warum die Anrainer ihre Vans und Geländewagen auf dem Parkplatz vor dem Dorf abgestellt haben.

Und nun?

Ob ich hier leben wollen würde? Gar keine Frage! Bleibt nur die Frage, wovon?

Juni 27, 2012 |  by  |  Consum
 

2 Comments


  1. Martin Elsner

    Super Bilder, klasse fotografiert – die machen Lust auf Frankreich …

  2. Merci beaucoup :o) ist aber auch einfach schön da. Wenn ich könnte, würde ich gleich wieder hinfahren…

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.