Cretino!

Ein Espresso wie er sein soll: Klein, schwarz, starkWas ist?

Mittlerweile freut man sich in Berlin in den einschlägigen Hipster-Cafés wie ein Schnitzel, wenn man einen halbwegs anständigen Espresso hinbekommt. In Italien ist das eine Selbstverständlichkeit, und das selbst in der kleinsten Bar im abgelegensten Bergdorf. Und es kostet auch nur zwischen 1,00 und 1,30 Euro. Im Gegensatz zu Berlin.

Warum hier?

Kaffee ist also nicht gleich Kaffee. Das hat in Italien wohl jeder Deutsche schon einmal erlebt, der sich darüber gefreut hat, dass auf die Bestellung „Kaffee!“ eine prompte Reaktion des Kellners in Form eines umgehend servierten Espressos erfolgte. Also eines Caffè.

Trotzdem lässt der Deutsche ja nichts auf seinen deutschen Kaffee kommen. Also die Brüh-Plörre, für die schon Abermillionen Kaffeebohnen einen sinnlosen Tod sterben mussten. Aber welche Kaffeekultur will man auch von einem Land erwarten, dessen Bürger im Italienurlaub mit einem „Deutsch durch Geburt“-T-Shirt bekleidet „einen Ex-presso, aber bitte entkoffeiniert“ bestellen – wie erst kürzlich in Südtirol erlebt.

Während der Deutsche im Urlaub also über die vermeintlichen Autofahrkünste der Italiener den Kopf schüttelt (denn zum Glück kocht man in Italien besser Kaffee als man Auto fährt), sind diese entgeistert darüber, auf welche Weise man in Deutschland Kaffee verhunzen kann. Das nennt man wohl ausgleichende Gerechtigkeit.

Und nun?

Darauf einen Espresso doppio!

Italienisches Gedeck

August 7, 2013 |  by  |  Competenz, Consum, Culinarisch
 

Comments are closed.