Lackaufbereitung für Laien

Was ist?

Wie bereits in meinem Artikel “Lappen raus und Auto waschen!” angekündigt, folgt heute die Fortsetzung. Eines vorweg: Ich habe mich entschieden, ausschließlich mit der Hand zu arbeiten und ganz auf Poliermaschinen etc. zu verzichten.

Warum? Weil das wieder ein ganz neues Thema ist, das recherchiert werden müsste – von der Maschine über Auftragspads bis hin zu speziellen Wachsen und Polituren – und ehrlich gesagt: das wurde mir echt zu viel. Sowohl der Zeitaufwand als auch die Investition rechnet sich für mich nicht – dann kann ich mein Auto auch zu einem professionellen Aufbereiter geben – preislich nimmt sich das nicht mehr viel. Und noch eine Anmerkung: Ich verwende in diesem Artikel nur SONAX Produkte. Das ist wirklich reiner Zufall und war so nicht geplant – aber Preis, Leistung und Funktion passen bei den von mir ausgewählten Produkten einfach optimal mit meinen Ansprüchen zusammen.

Warum hier?

Das Thema Lackaufbereitung ist meiner Meinung nach sehr kompliziert und die Quellen mit unterschiedlichsten Informationen im Netz sind unerschöpflich. Keine Quelle zeigt bzw. erklärt es so einfach, wie ich mir das gewünscht hätte: 1, 2, 3 -> fertig ist der perfekte Glanz.

Starten wir also und bringen unsere Karren auf Hochglanz :-)

Im ersten Schritt muss der Wagen richtig sauber gewaschen werden. Die Anleitung habt Ihr ja bereits bekommen. Ich habe mittlerweile noch ein neues Reinigungsmittel gefunden, das tatsächlich alle alten Harz- und Insektenreste von der Motorhaube löst – es ist der SONAX-Universal Reinigungsschaum Nr. 874. Der hat meine letzten Verschmutzungen auch noch wegbekommen. Weiterer Vorteil: es ist ein Universalmittel und spart richtig Geld im Vergleich zum Einzelkauf (Insektenentferner und Harzlöser). Der Wagen ist jetzt also richtig schön sauber!

Nächster Schritt ist die Gummi- und Kunststoffpflege. Die wird vor der Lackaufbereitung gemacht, falls Politur auf diese Teile kommt, kann diese einfach abgewischt werden und hinterlässt keine Rückstände. Ich habe mich für das SONAX Kunststoff Gel außen (Nano Pro) entschieden. Einfach das Gel dünn mit einem Microfasertuch (daran bitte nicht sparen) auftragen und verteilen. Nach kurzer Trocknung überschüssiges Material abnehmen – und fertig. Es ist kein Problem, wenn davon etwas an die Dichtungen kommt.

Für den nächsten Schritt gehen wir Bauteil für Bauteil vor. Arbeitet immer in einem begrenzten Bereich (Motorhaube, Türen, Kotflügel …). Meine Politur ist die SONAX X-treme Polish + Wax 3. Die hat eine hohe Polierwirkung und dafür einen niedrigen Lackschutzfaktor. Da mein Auto bereits über 5 Jahre alt ist, ist die Polierwirkung sehr wichtig, weil überall kleine Kratzer und Hologramme sichtbar sind. Den Lackschutz betrachten wir später noch separat.

Die Politur trage ich mit einem Schwamm aus Microfaser auf. Dazu sparsam die Politur auf den Schwamm geben, mit kreisenden Bewegungen horizontal und vertikal über das Bauteil gehen. Der Druck auf den Schwamm sollte etwa so sein wie beim Schleifen von Holz. Die zusammenhängenden Bauteile in einem Arbeitsgang polieren. Dann etwas warten und die überschüssige Politur mit einem sauberen Microfasertuch entfernen. Ich habe dazu 2 Tücher benutzt: Eines für die grobe Oberfläche und ein zweites um gleich auf Hochglanz zu polieren.

Wir arbeiten uns nun um das Auto herum, besondere Stellen wie bei den Schlössern bekommen Extra-Poliereinheiten. Achtet darauf welche Teile aus Kunststoff sind – die vertragen die Politur nicht gut – meine Stoßstange ließ sich nicht gut mit der Politur bearbeiten. Da war der Kunststoffreiniger effektiver.

Grundsätzlich muss man auf jeden Fall darauf achten: nicht auf warmen Oberflächen arbeiten, nicht in der Sonne arbeiten und wenn Ihr beginnt – macht es fertig, auch wenn die Arme sich irgendwann wie Gummi anfühlen. Es lohnt sich.

Abschließend kann man die gesamte Oberfläche noch mit einer Wachschicht überziehen um die Konservierung zu erhöhen – aber ganz ehrlich: Ich konnte nicht mehr. Der ganze Prozess ist richtig anstrengend. Darum habe ich das Wachs erst am nächsten Tag aufgetragen und poliert.

Und nun?
Insgesamt überzeugt mich das Ergebnis vollständig. Ich hätte niemals gedacht, dass mein Auto nochmal so glänzen kann, nachdem ich es 5 Jahre lang nicht mal gewaschen habe. Der Kleine sieht aus wie neu!

Wenn ich es jetzt noch schaffe die Nachbarskatze davon abzuhalten mit ihren Sandpfoten wirklich jede Nacht über das Auto zu laufen, dann habe ich bestimmt auch längerfristig etwas von den Polierarbeiten – vielleicht riecht die Politur nach Kater? Ich finde ja nicht, aber wer weiß…

Juli 17, 2012 |  by  |  Competenz, Consum
 

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